Durchfall – was ist das eigentlich?
Jeder dritte Deutsche erkrankt mindestens ein Mal im Jahr an akuten Magen-Darm-Beschwerden. Dieser akute Durchfall ist meist eine Schutzreaktion unseres Körpers. Er will dann eingedrungene Krankheitserreger oder Gifte so schnell wie möglich wieder loswerden. Wer Durchfall hat, klagt meist auch über eine Reihe weiterer Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen begleiten die Darmbeschwerden in der Regel.
Doch nicht jeder, der ein Mal dünnen Stuhl hat, leidet gleich unter Durchfall. Im medizinischen Sinne spricht man erst dann von Durchfall oder Diarrhö, wenn jemand mehr als drei Mal täglich „nicht geformten“ bis wässrigen Stuhl hat (Ausnahmen: gestillte Babys – bei ihnen sind mehrere dünne Stühle pro Tag normal, vorausgesetz, sie sind sonst gesund). Die Ursachen können ganz harmlos, mitunter aber auch sehr gefährlich sein: Stress und andere psychosomatische Beschwerden wie Angst lösen ebenso Durchfall aus wie Alkohol oder andere Gifte. Falsche Ernährung und allergische Reaktionen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenfalls für Durchfall verantwortlich sein. Am häufigsten treten die Magen-Darm-Beschwerden jedoch nach Infektionen mit Bakterien, Viren oder Protozoen auf. Die Keime können über rohe oder verdorbene Speisen aufgenommen werden, sich im Trinkwasser, in Eiswürfeln oder im Wasser des Swimmingpools am Urlaubsort befinden. Oft vergehen nur wenige Stunden vom Kontakt mit dem Erreger bis zum Auftreten erster Symptome wie Magengrummeln, Unwohlsein, Temperaturanstieg und manchmal auch Schwindelgefühl.
Gefährlicher Flüssigkeitsverlust
Die großen Mengen Flüssigkeit, die der Körper bei Durchfall verliert, können schnell bedrohlich werden. Zum einen läuft der Organismus Gefahr auszutrocknen (Dehydratation), zum anderen werden dem Körper mit der Flüssigkeit auch lebenswichtige Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Magnesium entzogen. Die wichtigste Behandlungsmaßnahme lautet deshalb, den Elektrolyt- und Flüssigkeitsverlust rasch wieder auszugleichen. Insbesondere bei kleinen Kindern sollten dem Körper Elektrolyte in Form von Elektrolyt-Lösungen aus der Apotheke zugeführt werden. Gleichzeitig sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden: Tees, Mineralwasser ohne Kohlensäure und dünne Saftschorlen sind hier das beste Rezept. In Kombination mit einem natürlich wirksamen Präparat (z.B. Lacteol®, rezeptfrei aus der Apotheke) gelingt es rasch, die schlimmsten Beschwerden zu lindern. Durchfall bei Kindern und Säuglingen ist jedoch ein Fall für den Arzt und keine Krankheit, die von den Eltern in „Eigenregie“ behandelt werden sollte!
Ursachen
Die Übeltäter: Viren, Bakterien, Medikamente
Es gibt viele Ursachen für einen Durchfall, oft sind sie ganz harmlos, manchmal aber auch sehr gefährlich: so können Stress und andere psychosomatische Beschwerden wie Angst ebenso Durchfall auslösen wie Alkohol oder andere Gifte. Auch falsche Ernährung und allergische Reaktionen bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten können für Durchfall verantwortlich sein.
Am häufigsten treten die Magen-Darm-Beschwerden jedoch nach Infektionen mit Bakterien, Viren oder Protozoen auf. Die Keime können über rohe oder verdorbene Speisen aufgenommen werden, sich im Trinkwasser, in Eiswürfeln oder im Wasser des Swimmingpools am Urlaubsort befinden.
Wenn Lebensmittel nicht mehr frisch sind, haben Krankheitskeime leichtes Spiel. Auch mangelnde Hygiene kann eine Darminfektion verursachen. Viren und Bakterien verbreiten sich mit rasender Geschwindigkeit, wenn sich zum Beispiel infizierte Menschen nach der Toilettenbenutzung nicht die Hände waschen. Auf diese Weise wird der Erreger sehr schnell auf Lebensmittel übertragen; extrem „anfällig“ dafür sind nicht mehr ganz frisches Geflügel und Hackfleisch sowie Fisch, Milch, Eier und Eierspeisen.
Besonders gefährlich: Rotaviren und Salmonellen
Mehr als 70 Prozent aller Durchfallerkrankungen im Kindesalter weltweit sind auf Rotaviren-Infektionen zurückzuführen; in Deutschland werden jährlich bis zu 50.000 solcher Infektionen gemeldet, wobei diese nach Expertenschätzungen nur fünf bis acht Prozent aller Erkrankungen ausmachen. Ähnlich bedrohlich sind Salmonellen-Vergiftungen: Sie lösen Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen aus. Oft legen Salmonellen ganze Kindertagesstätten oder Altenheime lahm. Wegen der Schwere der Erkrankung, ihrer Häufigkeit und leichten Übertragbarkeit sind Salmonellen- und Rotavirus-Infektionen in Deutschland seit 2001 meldepflichtig.
Rotaviren: Zehn Virus-Partikel reichen für Ansteckung
Rotaviren sind weltweit die häufigste Ursache für Magen-Darm-Erkrankungen im Kindesalter; am weitesten verbreitet sind Viren der Gruppe A. Ihren Namen haben sie vom lateinischen Rota = Rad, weil das Virus unter dem Mikroskop wie ein Rad mit Speichen aussieht. Rotaviren wurden 1973 erstmals entdeckt. Sie sind hochgradig ansteckend: Bereits zehn Virus-Partikel reichen aus, um einen Menschen zu infizieren.
Salmonellen: Circa 100 Tote pro Jahr in Deutschland
Von den stäbchenförmigen Bakterien gibt es 2.200 verschiedene Arten, die u.a. Brech-Durchfälle und Typhus verursachen. Schätzungsweise sterben in Deutschland jährlich zwischen 70 und 120 Menschen an Salmonellen-Infektionen. Die Erreger tummeln sich bevorzugt im Auftauwasser zuvor tiefgefrorener Nahrungsmittel. Auch können Fliegen die Keime vom Stuhl auf Nahrungsmittel übertragen.
Antibiotika greifen die Darmflora an
Auch wer bestimmte Medikamente einnimmt, muss verstärkt mit Durchfall rechnen. Insbesondere Antibiotika bringen das Gleichgewicht im Darm durcheinander und greifen die Darmflora an. Vielfach wird diese schwere körperliche Beeinträchtigung in Kauf genommen, um einen bakteriellen Infekt wirkungsvoll zu bekämpfen. Denn der Durchfall klingt in aller Regel rasch ab, sobald die Antibiotika-Behandlung abgeschlossen ist.
Auslöser Milch- und Fruchtzucker
Weitere Auslöser von Durchfall kann eine Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktose-Intoleranz) sein. Sie tritt auf, wenn in der Darmschleimhaut das Enzym Laktase, das für die Verdauung von Milchprodukten notwendig ist, nicht ausreichend vorhanden ist. Eine solche Störung kommt bei ca. 10 Prozent der Bevölkerung vor. Auch zuviel Fruchtzucker (Fruktose), etwa durch Verzehr fruchtzuckerreichen Obstes wie getrockneter Äpfel und Weintrauben sowie übermäßiges Trinken von Apfel- oder Traubensaft, kann Durchfall und Bauchschmerzen verursachen.
So funktioniert der Darm
Unsere Verdauung beginnt mit der Einführung der Speisen in den Mund und endet mit dem Stuhlgang auf der Toilette. Entscheidende Bedeutung für die Verwertung der Nahrung haben die verschiedenen Darmabschnitte:
Der Zwölffingerdarm schließt sich an den Magen an. Hier werden die Nahrungsbestandteile weiter zerlegt. Kohlenhydrate werden in kleinere Zuckermoleküle, Eiweiße in Aminosäuren, Fette in Glycerin und Fettsäuren umgewandelt.
Der Dünndarm ist der wichtigste Abschnitt im Verdauungstrakt. Über die Schleimhaut, deren ausgebreitete Fläche so groß wie ein Tennisplatz ist, gelangen die meisten Nährstoffe in den Blutkreislauf.
Der Dickdarm hält das im Nahrungsbrei befindliche Wasser im Körper zurück. Der Darm ist dicht mit Bakterien besiedelt (Darmflora). Sie zersetzen die Speisereste, die der Körper nicht verwerten konnte. Diese Reste werden eingedickt und über den Enddarm ausgeschieden.
Akut oder chronisch?
Akuter Durchfall verschwindet innerhalb weniger Tage. Hält er länger als zwei Wochen an oder kehrt kurz nach einer ersten Episode zurück, handelt es sich um chronischen Durchfall. Dieser ist oft auf eine organische Erkrankung oder eine Störung des Immunsystems zurückzuführen. Chronischer Durchfall muss dauerhaft ärztlich behandelt werden.
Unser Elektrolyt-Haushalt
Wir bestehen zu einem großen Teil aus Wasser – Erwachsene zu rund 60 Prozent, Säuglinge sogar zu 75 Prozent. Wasser fließt in und zwischen unseren Zellen und ist ständig im Körper in Bewegung – mit ihm zahlreiche darin gelöste Stoffe, die der Körper zum Leben braucht: Elektrolyte. Sie haben die Fähigkeit, elektrischen Strom zu leiten und spielen daher eine wichtige Rolle zum Beispiel für die Herz-, Muskel- und Nerventätigkeit. Die Elektrolyte in unserem Körper sind Säuren, Basen und Mineralsalze, die der Körper nicht selbst bilden kann und über die Nahrung zugeführt werden müssen. Die beiden lebenswichtigsten Elektrolyte sind:
Natrium: kommt zusammen mit Chlorid als Kochsalz in unseren Nahrungsmitteln vor. Natriummangel führt zu Störungen der Nieren- und Muskelfunktion. Zuviel Natrium begünstigt Bluthochdruck.
Kalium: ist notwendig für die Funktion der Nerven, für alle Muskelbewegungen, die Gewebespannung und für die Wirkung verschiedener Enzyme. Kaliummangel führt zu schwerwiegenden Störungen des Elektrolythaushalts. Muskelschwäche, Muskellähmungen und Störungen der Herztätigkeit sind dir Folge. Kaliumlieferanten sind vor allem pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, besonders Hülsenfrüchte und Obst (z.B. Bananen).
Weitere Elektrolyte sind Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid. Durch Schwitzen, Wasserlassen und Stuhlgang gehen dem Körper Wasser und Elektrolyte verloren, die ständig ersetzt werden müssen. Daher kann hoher Wasserverlust bei Durchfall schnell lebensbedrohlich werden: Der Patient fällt in ein so genanntes Elektrolytkoma.

