FAQ
Direkt zu:
- Was ist Durchfall?
- Welche Arten von Durchfall gibt es?
- Was verursacht Durchfall?
- Kann Durchfall gefährlich sein? Für Wen? Warum?
- Wie sollte man sich bei Durchfall ernähren?
- Welche Möglichkeiten gibt es für Erwachsene und Kinder, Durchfall medikamentös zu behandeln?
- Wie lange soll ich ein Durchfallmittel selber einnehmen? Wann muss ich zum Arzt gehen?
- Was ist bei Reise-Durchfall zu beachten
- Was ist Durchfall?
- Jeder dritte Deutsche erkrankt mindestens ein Mal im Jahr an akuten Magen-Darm-Beschwerden. Dieser akute Durchfall ist meist eine Schutzreaktion unseres Körpers. Er will dann eingedrungene Krankheitserreger oder Gifte so schnell wie möglich wieder loswerden. Durchfall geht meist über eine Reihe weiterer Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen einher. Doch nicht jeder, der ein Mal dünnen Stuhl hat, leidet gleich unter Durchfall. Im medizinischen Sinne spricht man erst dann von Durchfall oder Diarrhö, wenn jemand mehr als drei Mal täglich „nicht geformten“, d.h. breiigen bis wässrigen Stuhl hat.
- Welche Arten von Durchfall gibt es?
- Akuter Durchfall verschwindet innerhalb weniger Tage. Hält er länger als drei Wochen an oder kehrt kurz nach einer ersten Episode zurück, handelt es sich um chronischen (lang andauernden) Durchfall. Dieser ist oft auf eine organische Erkrankung oder eine Störung des Immunsystems zurückzuführen. Chronischer Durchfall muss dauerhaft ärztlich behandelt werden.
- Was verursacht Durchfall?
- Es gibt viele Ursachen für Durchfall, oft sind sie harmlos, manchmal aber auch sehr gefährlich: so können Stress und andere psychosomatische Beschwerden wie Angst sowie Alkohol oder andere Gifte Durchfall auslösen. Auch falsche Ernährung, Klimaveränderungen, Medikamente und Nahrungsmittelunverträglichkeiten können für Durchfall verantwortlich sein. Am häufigsten treten die Magen-Darm-Beschwerden jedoch nach Infektionen mit Bakterien (z.B. Salmonellen, Kolibakterien), Viren (z.B. Rotaviren, Noroviren) oder Protozoen (tierartige Einzeller) auf. Die Übertragung der durchfallverursachenden Keime ist vielfältig, z.B. können sie über rohe oder verdorbene Speisen aufgenommen werden, sich im Trinkwasser, in Eiswürfeln oder im Wasser des Swimmingpools am Urlaubsort befinden.
- Kann Durchfall gefährlich sein? Für Wen? Warum?
- Wir bestehen zu einem großen Teil aus Wasser – Erwachsene zu rund 60 Prozent, Säuglinge sogar zu 75 Prozent. Darin gelöst sind verschiedene Stoffe, die der Körper zum Leben braucht, die Elektrolyte. Sie haben die Fähigkeit, elektrischen Strom zu leiten und spielen daher eine wichtige Rolle zum Beispiel für die Herz-, Muskel- und Nerventätigkeit. Die Elektrolyte, wie Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium, Phosphat, Sulfat und Chlorid kann der Körper nicht selbst bilden, sie müssen daher über die Nahrung zugeführt werden. Durch Schwitzen, Wasserlassen und Stuhlgang gehen dem Körper Wasser und Elektrolyte verloren, die ständig ersetzt werden müssen. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern kann Durchfall mit hohem Wasserverlust deshalb schnell lebensbedrohlich werden: Schon fünf Prozent Gewichtsverlust können eine akute bedrohliche Austrocknung (Dehydratation), die sich z.B. in Apathie, Kopfschmerzen und Fieber äußern kann, zur Folge haben. Ein schwerer Dehydratationsgrad (5-10% Gewischtverlust) kann sogar lebensbedrohlich sein und zu Krampfanfällen bis hin zum Koma führen. Durchfall bei Kindern und Säuglingen ist ein Fall für den Arzt und keine Krankheit, die von den Eltern lange in „Eigenregie“ behandelt werden sollte!
- Wie sollte man sich bei Durchfall ernähren?
- Bei akutem Durchfall sollte der Verdauungstrakt nicht durch ungeeignete Nahrungsaufnahme wie z.B durch fette, blähende oder stark zitrushaltige Speisenzusätzlich zusätzlich belastet werden. Meist haben die Betroffenen in dieser Zeit ohnehin wenig Appetit, dennoch sollte gegessen werden, wobei Schonkost empfehlenswert ist. Eine hohe, bedarfsgerechte Flüssigkeitszufuhr darf keinesfalls während dieser Zeit vernachlässigt werden, da der Körper viel Flüssigkeit verliert, die schnellstmöglich und ausreichend (drei bis vier Liter Flüssigkeit täglich, bei Kindern etwas weniger) ersetzt werden muss, um Stoffwechsel und Salzhaushalt des Organismus im Gleichgewicht zu halten.
Für erkrankte Kinder ist es besonders wichtig, um einer akuten Austrocknung (Dehydratation) vorzubeugen, dass sie rasch ausreichend mit Flüssigkeit versorgt werden und ein schnelles Ende der Diarrhö herbeigeführt wird. Hierfür eignen sich Rehydratationslösungen, selbst gemacht oder aus der Apotheke, die den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen. Unterstützend sollten Präparate eingesetzt werden, die den Durchfall schnell stoppen und keinerlei Nebenwirkungen haben, die den kindlichen Organismus zusätzlich belasten. Präparate auf Basis von Latobazillen (z.B. Lacteol® Pulver) erfüllen diese Anforderungen. Dennoch sollte bei Durchfallerkrankungen von Kindern und Säuglingen ein Arzt hinzugezogen werden.
Insbesondere bei Säuglinge und Kleinkinder empfiehlt die Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung e.V. in ihrer Leitlinie „Akute Gastroenteritis“ (www.gpge.de), dass nach einer raschen Rehydratation (ORL-Lösung) eine frühzeitige Realimentation erfolgen sollte.- Säfte und Tees: Fruchtsäfte und Früchtetees sollten in den ersten Tagen gemieden werden. Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee können hilfreich zur Beruhigung des Magen-Darm-Traktes sein, schwarzer Tee soll den Stuhl festigen.
- Cola und Salzstangen sind nicht so gut wie ihr Ruf: Cola enthält zuviel Zucker und Kohlensäure; das Salz der Salzstangen ist zwar gut, aber es fehlt an Kalium. Ein zuviel kann die Diarrhö verschlimmern.
- probiotische Lebensmittel (z.B. Joghurt, Kefir, Dickmilch) enthalten lebende Mikroorganismen, die das Wachstum krankmachender Bakterien im Darm verhindern sollen. Seit mehreren Jahren häufen sich die Erkenntnisse, dass in Lebensmitteln enthaltene Probiotika einen positiven Effekt auf die Darmflora haben. Für die allgemeine Ernährung sind sie zu empfehlen. Zur Behandlung von akutem Durchfall sind sie dennoch nicht geeignet, weil die Konzentration der Milchsäurebakterien meist viel zu gering ist.
- sinnvolle Kost für eine Aufbaudiät bei Kleinkindern und Erwachsenen:
Geriebener Apfel oder Banane, Gemüsebrühe (fettarm), Zwieback, Kartoffelbrei, Suppe, gekochte Haferflocken
- Welche Möglichkeiten gibt es für Erwachsene und Kinder, Durchfall medikamentös zu behandeln?
- Durchfall kann verschiedene Ursachen haben, dementsprechend gibt es auch zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten.
- Lactobacillen-Präparate
Lactobacillen (Milchsäurebakterien) sind natürlich im Darm vorhanden und helfen der Darmflora, gesund und widerstandsfähig zu bleiben. Ist die Darmschleimhaut durch den Angriff von Durchfallerregern jedoch beeinträchtigt, reichen die Lactobacillen im Darm nicht mehr aus, sondern benötigen dringend Verstärkung. In hoher Konzentration sind Lactobacillen in speziellen Durchfallmitteln auf Milchsäurebakterien-Basis (z.B. Lacteol® Pulver) enthalten und hemmen dadurch effektiv die Vermehrung und Ausbreitung „bösartiger“ Bakterien und Viren im Darm. Darüber hinaus stimulieren sie gleichzeitig das Wachstum „guter“ Bakterien und stärken das darmspezifische Immunsystem. Krankheitserreger können besser abgewehrt und das Gleichgewicht der natürlichen Darmflora normalisiert werden. Wegen seiner natürlichen, sanften und schnellen Wirkung eignen sich solche Präparate ganz besonders für Kinder. - Kohletabletten: Sie können allenfalls bei leichtem Durchfall Hilfe bieten. Bei fiebrigem Durchfall und bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente sind Kohletabletten nicht geeignet, denn sie „saugen“ im Darm die Wirkstoffe der anderen Tabletten auf. Kohletabletten werden oft bei Vergiftungen angewandt – sie binden die Giftstoffe. Kohle wird übrigens nicht vom Körper verarbeitet, sondern als pechschwarzer Stuhl wieder ausgeschieden.
- Hefepräparate: Hefepilze sind ein altes Therapeutikum gegen Durchfall. Jedoch ist keine Wirksamkeit gegen Viren bekannt. Bei der Einnahme von Hefeprodukten mit lebenden Hefen kann es zu Blähungen, in Einzelfällen auch zu Juckreiz, Hautausschlag und Quaddeln kommen. Bei stark abwehrgeschwächten Patienten mit gestörtem Immunstatus können Hefepräparate systemische Hefepilzinfektionen auslösen.
- Gerbstoffe: Sie werden zur unterstützenden Behandlung bei Durchfall eingesetzt. Gerbstoffe dichten die Darmschleimhaut ab. Dadurch wird verhindert, dass große Flüssigkeitsmengen über den Darm ausgeschieden werden und dass sich Durchfall auslösende Giftstoffe an die Darmschleimhaut anheften. Aber: Gerbstoffe können die Aufnahme anderer Arzneimittel im Körper behindern.
- Motilitätshemmer: Sie hemmen die Darmbewegung (Peristaltik). Dadurch wird der Darm ruhig gestellt und der Durchfall gestoppt. Daraus kann sich jedoch in der Folge eine behandlungsbedürftige Verstopfung, gegebenenfalls sogar ein lebensgefährlicher Darmverschluss entwickeln. Motilitätshemmer werden deshalb meist nur dann angewandt, wenn ein kurzer Zeitraum überbrückt werden muss, etwa bei einer Zug- oder Busfahrt. Kinder und Säuglinge sollten keinesfalls solche Medikamente zur Selbstmedikation erhalten.
- Lactobacillen-Präparate
- Wie lange soll ich ein Durchfallmittel selber einnehmen?
Wann muss ich zum Arzt gehen? - Erwachsene sollten bei schweren Druchfallerkrankungen, wenn der Durchfall länger als drei Tage andauert, zum Durchfall hohes Fieber von über 39°C kommt, der Stuhl blutig ist oder mehrere Personen, die das Gleiche gegessen haben, erkranken, auf eine weitere Selbstmedikation verzichten und einen Arzt aufsuchen.
Bei Kindern und Säuglingen sollte auf keinen Fall so lange abgewartet werden, wie bei Erwachsenen. Schnelles Handeln ist hier lebenswichtig, daher sollte schon nach wenigen Stunden, höchstens einem Tag ein Arzt aufgesucht werden. Sofortiger Arztbesuch wird notwendig, wenn das Kind länger als sechs Stunden dünnen, wässrigen Stuhl hat, müde und apathisch ist, Fieber hat und erbricht, einen schwach Saugreflex hat und/oder das Trinken verweigert und wenig Urin produziert. - Was ist bei Reise-Durchfall zu beachten?
- Durchfall ist einer der häufigsten Reiseerkrankung. Aufgrund veränderter Hygienestandards sind Verursacher zumeist Mikroorganismen, die über Trinkwasser und Lebensmittel aufgenommen werden. Ungewohnt klimatische Verhältnisse, Jetlag und fremde Essgewohnheiten machen das Spiel für Krankheitserreger leicht. Damit die schönste Zeit des Jahres nicht durch Magen-Darm-Beschwerden beeinträchtigt wird, gehören in die Reiseapotheke Medikamente, die den Durchfall und die damit einhergehenden Symptome rasch und effektiv lindern und gleichermaßen bei viraler und bakterieller Reisediarrhö wirken. Hierfür eignen sich hervorragend Lactobacillen-Präparate (z.B. Lacteol® Pulver), die nicht gekühlt gelagert werden müssen.
Besonders bei Fernreisen gilt zusätzlich „Cook it , peel it or leave it!“ (“Koch es, schäl es oder lass es liegen”).

