Wenn der Durchfall „zuschlägt“ – Sofortmaßnahmen
Durchfall ist auch für Erwachsene störend und unangenehm, lässt sich aber normalerweise gut zu Hause auskurieren. Sind die Beschwerden jedoch stark ausgeprägt, ist ärztliche Hilfe notwendig.
Der Bauch grummelt, schmerzt oder fühlt sich wie mit Zement gefüllt an, Ihnen ist übel, Sie fühlen sich schwach, Kopfweh stellt sich ein. Die Signale des Körpers sind eindeutig: Ich brauche Ruhe! Die sollten Sie ihm gönnen, sich hinlegen, ein kühlendes feuchtes Tuch auf die Stirn legen und alles Nötige für den Ernstfall bereithalten: Handtücher, Papiertaschentücher, einen Eimer, falls die Übelkeit Sie schlagartig überfällt, aber auch etwas zu trinken. Gut ist es, wenn Sie einen lieben Menschen um sich haben, der Sie stützen kann, wenn es „losgeht“. Wenn möglich, sollte er das Bad immer gleich desinfizieren, um die Ansteckungsgefahr für andere zu mindern. Auf diese Weise lässt sich eine Magen-Darm-Attacke meist zu Hause bewältigen. Nehmen Sie schon bei ersten Anzeichen einer Durchfallerkrankung ein Lactobacillen-Präparat ein, das verhindert, dass Erreger die Darmschleimhaut weiter angreifen können.
Bei Durchfallerkrankungen verliert der Körper viel Flüssigkeit, die schnellstmöglich ersetzt werden muss, um Stoffwechsel und Salzhaushalt des Organismus im Gleichgewicht zu halten. Trinken, trinken, trinken - so lautet deshalb die Devise bei akuten Magen-Darm-Problemen; drei bis vier Liter Flüssigkeit täglich sollten es schon sein, bei Kindern etwas weniger. Die Getränke müssen Kalium, Salz und Zucker in bestimmten Mengen enthalten, sonst kann der Körper das aufgenommene Wasser nicht speichern. Kohlensäurearmes Mineralwasser, stark verdünnte Fruchtsäfte, Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee eignen sich besonders gut. Kinder und Säuglinge sollten viele kleine Einzeldosen schluck- oder löffelweise zu sich nehmen, da größere Mengen oft erbrochen werden. Cola ist nicht zu empfehlen: Der Zuckeranteil ist viel zu hoch; im ungünstigsten Fall verschlimmert sich der Durchfall auf Grund der coffeinhaltigen Limonade sogar noch.
Sie sollten zum Arzt gehen, wenn…
Arztbesuch notwendig?
Manchmal ist Durchfall so stark, dass die Hilfe eines Arztes nötig wird. Mit akutem Durchfall ist es aber oft kaum möglich, einen Arzt aufzusuchen. Die Infektionsgefahr für andere Patienten ist ein zusätzliches Problem. Sie sollten Ihren Hausarzt daher um einen Hausbesuch bitten, oder sich in ein Krankenhaus bringen lassen, wenn …
- der Durchfall länger als drei Tage andauert
- Sie kaum oder keine Flüssigkeit zu sich nehmen können und bei sich Anzeichen von Dehydratation (dunkler, spärlicher Urin, trockene Schleimhäute) bemerken
- der Stuhl blutig ist
- zum Durchfall hohes Fieber von über 39°C kommt
- mehrere Personen, die das Gleiche gegessen haben, erkranken
- sich eine Verschlechterung des Allgemeinzustandes (Abgeschlagenheit und Müdigkeit) einstellt
- der Durchfall nach Medikamenteneinnahme (Antibiotika) oder nach einer Fernreise auftritt
Blutigen Durchfall ernst nehmen
Blutiger Durchfall kann auch auf eine so genannte EHEC-Infektion hinweisen. Die Keime vom Typ Escheria coli werden vor allem durch unpasteurisierte Milch, unzureichend gegartes Rindfleisch sowie infiziertes Obst und Gemüse übertragen. Oft begleiten Fieber, Übelkeit und Erbrechen den Durchfall. Bei Verdacht sollte rasch ein Arzt aufgesucht werden, ansonsten drohen Blutarmut, Nierenversagen oder ein Hirnödem.
Stuhlprobe gibt Aufschluß über Krankheitsursache
Bei länger anhaltendem Durchfall, der eventuell von Fieber oder blutigen Stühlen begleitet wird, veranlasst der Arzt eine Stuhl- und eine Blutuntersuchung. Eine mikrobiologische Analyse des Stuhls klärt rasch die Frage, welche Erreger (Bakterien, Viren oder Protozoen) den Durchfall ausgelöst haben. Eine Darmspiegelung ist nur selten notwendig, zum Beispiel, wenn als Ursache des Durchfalls keine Infektion vermutet wird.
Richtige Ernährung bei Durchfall
Bei Durchfall verliert der Körper viel Flüssigkeit und Nährstoffe. Die richtige Ernährung ist deshalb während und nach einer Erkrankung besonders wichtig. Trinken, trinken, trinken – lautet die Devise bei akuten Magen-Darm-Problemen; drei bis vier Liter Flüssigkeit täglich sollten es schon sein, bei Kindern etwas weniger. Die Getränke müssen Kalium, Salz und Zucker in bestimmten Mengen enthalten, sonst kann der Körper das aufgenommene Wasser nicht speichern. Kohlensäurearmes Mineralwasser, stark verdünnte Fruchtsäfte, Kamillen-, Pfefferminz- oder Fencheltee eignen sich besonders gut.
Haferflocken und Kartoffelbrei
Mit Abklingen der stärksten Beschwerden können erste magenschonende Lebensmittel versucht werden: Dazu gehören gekochte Haferflocken, pürierte Bananen, geriebene Äpfel, Kartoffelbrei, klare Suppen, mageres gekochtes Fleisch, Reis- oder Haferschleim. Empfehlenswert ist auch eine Suppe aus frischen Möhren. Karotten enthalten Stoffe, die die Flüssigkeit im Darm binden. Wenn Sie wieder Appetit bekommen haben, ernähren Sie sich wieder normal. Seien Sie jedoch in den ersten Tagen vorsichtig mit milchhaltigen Nahrungsmitteln sowie scharfen und fetten Speisen. Alkohol, Zigaretten und zu viel Kaffee stressen den Körper unnötig. Sinnvoll ist es, den gesamten Genesungsprozess durch Lactobacillen zu unterstützen.
Extratipps:
Keine Antibiotika bei akutem Durchfall
Wenn der Durchfall durch Viren ausgelöst wurde, zeigen Antibiotika keine Wirkung. Sie sollten daher nur bei speziellen Magen-Darm-Infekten sowie bei Typhus oder Cholera auf ärztliche Anordnung angewandt werden. Effektiver bei akutem Durchfall sind Wirkstoffe, die die Darmzellen schützen.
Keine stopfenden Medikamente!
Stopfende Medikamente sind mit größter Vorsicht zu genießen, sie lindern zwar rasch die schlimmsten Durchfallbeschwerden. Doch sie beeinträchtigen gleichzeitig die Fähigkeit des Körpers, den störenden Krankheitserreger auszuscheiden. Die Ausbreitung gefährlicher Shigellen, Salmonellen oder Amöben kann auf diese Weise sogar begünstigt werden. Besser sind Wirkstoffe, die den Darm schützen und Durchfall natürlich bekämpfen.

